Alternative Fahrwerksabstimmung

  • #21

    Das mit dem ...Schräglagenscheu, ich zitiere mal aus dem Buch,
    nicht dass hier falsche eindrücke entstehen.


    Wer Schräglagenscheu fährt , lebt gefährlich...


    hier ein Auszug aus dem genannten Buch seite 145/146, für die die es nicht haben.


    ......
    Wirklich?Ist das nicht gerade umgekehrt?Wir alle kennen doch wackere Tourenfahrer, besonnen mit vieljähriger Fahrpraxis nie "auf Krawall"
    fahrend, die eher mit zu viel als zu wenig Reserve fahren, und desshalb größere oder gar extreme Schräglagen vermeiden - und die sollen
    nun plötzlich gefährdet sein? Nicht unbedingt, nur wenn sie schräglagenscheu sind.
    Aber das sind sie wahrscheinlich.
    Wie sieht das Risiko aus?
    Irgendwann, das ist nur ne Frage der Zeit,kommt auch der vorsichtigste Fahrer einmal in eine Situation, in der er plötzlich eine Kurve viel enger fahren muss, als er vorher angenommen hat.
    Sei es, dass er die Kurve weiter eingeschätzt hat oder dass er in der Kurve überraschend nach innen ausweichen muss. Vielleicht muss er auch gar keinen kleineren Kurvenradius als vorgesehen wählen, sondern er hat sich in seinem Tempo verschätzt und kommt einfach mit zu viel Dampf in die Kurve hinein.
    Jedenfalls ist die Konsequenz in all den Fällen die gleiche:
    Er benötigt plötzlich mehr Schräglage als erwartet. Wenn dieses mehr aber in einen Schräglagenbereich fällt, mit dem er nicht vertraut ist, wird es brenzlig.
    Als handele es sich um einen knallharten Anschlag, wird er im Regelfall bis an seine Schräglagengrenze gehen und, koste es was es wolle,
    diese Schräglage nicht mehr steigern.
    Die Folgen können äußerst schwerwiegend sein: In einer Rechtskurve gerät der Fahrer in den Gegenverkehr, aber auch in einer Linkskurve sieht es nicht besser aus.
    Der Fahrer gerät aber nicht desshalb in diese lebensbedrohende Situation, auf die er so gut wie keinen Einfluss mehr hat, weil er die Haftgrenze seiner
    Reifen erreicht hätte, sondern weil er an seiner persönlichen Schräglagengrenze buchstäblich angestossen ist und über sie nicht hinaus kann.
    Da gibt es grauenvolle Unfallhergänge: Wie auf Schienen fährt das Motorrad auf einem viel zu großen Kurvenradius und mit noch einer gar
    nicht bedrohenden Schräglage auf einen Entgegenkommer zu, wo die Fahrt dann entsetzlich endet....
    Es hilft nur eines : Die Schräglagenscheu muss abgebaut werden.
    Das geht nur, indem man sich mit Schräglagen, die über der persönlichen Schräglagengrenze liegen, vertraut macht.
    Vertraut machen heißt : systematisch trainieren .......
    .
    .
    .
    In den allermeisten Fällen wird dabei erfahrungsgemäß die Haftgrenze gar nicht erreicht.
    Moderne Motorräder lassen sich mit den heutigen Reifen bei griffigem Belag so weit legen, bis irgend ein Teil
    (Fußraste,Hauptständer, Auspuff) aufsetzen - und noch immer ist die Haftgrenze nicht erreicht.
    .
    .
    .
    Wir sie dennoch mal überschritten, dann passiert wenigstens noch das beste, was unter den gegebenen Umständen passieren kann:
    Der Fahrer steigt nach innen ab, wie die Motorradfahrer einen solchen Sturz etwas euphemistisch nennen.
    Dies Form des Sturzes ist vergleichsweise harmlos, wesshalb er in bestimmten Situationen zur Vermeidung von Schlimmerem sogar absichtlich herbeigeführt
    wird:
    Es ist nicht mehr sehr weit bis zum Boden (das ist hier durchaus ernst gemeint, man vergleiche den weg beim Sturz nach außen)
    und vor allem: das Motorrad rutscht voraus, der Fahrer, in der Regel geringfügig langsamer , hinterher; die Verzögerung ist dabei beträchtlich, sie entspricht etwa der Verzögerung bei einem sehr guten Bremsvorgang.
    Kein Vergleich zum Schräglagenscheuen Fahrer, der Starr vor entsetzen auf dem Motooard sitzen bleibt: nahezu ohne Verzögerung
    wird er blitzschnell den äusseren Fahrbahnrand überquert haben, wo erst der eigentliche Sturz beginnt -
    vielleicht an der Fahrbahneinfassung, im schlimmsten Fall erst an der Leitplanke, die er Kopf vorraus überfliegt.
    Fast immer gilt:
    er steigt nach Aussen ab , d.h. er fliegt vorraus , das schwere Motorrad hinterher - hoffentlich ist wenigstens kein Hindernis im Wege.!



    So das war es was ich damit meinte,
    wer das Buch noch nicht hat, ist im übrigen nicht nur für Motorradfahrer interessant, sondern für alle Verkehrsteilnehmer,
    da steht sehr viel drin, das wir alle aus eigener Erfahrung kennen.


    Ich bekomme auch keine Prozente...
    nur so am Rande...


    Gruß aus dem Schwarzwald

    Wenn das die Lösung ist, hätte ich gern mein Problem zurück!


    Gruß Berthold


    G.Zümo 660, TT Crash Bar's , MRA VTS, TT Breit und Fern LED,HS,TC CT, OEM Koffer

  • #24

    Der Auszug aus dem Buch macht mich schon ein biss'l nachdenklich.
    Gerade, weil ich auch schon "ewig" fahre und trotzdem in jeder Saison mindestens ein mal das Erlebnis habe, meinen persönlichen Grenzbereich zu erreichen. Gerade auf meiner letzten Fahrt am 27.12.2013 habe ich eine selten durchfahrene, aber nicht unbekannte Kurve unterschätzt (bergauf zweispurige rechts-links-Kombination), so dass ich oben in der links einfach zu schnell war und aufmachen musste. Zum Glück hatte ich den Vierradfahrer schon weit genug überholt, so dass ich gefahrlos in seine Spur wechseln konnte, aber einerlei war mir dieser Fehler nicht.
    Hätte ich mich noch schräger legen können? Gewiss! Aber es ist Winter - Reifen und Asphalt kalt. Und da muss man erst mal den Mut aufbringen, seinen Schräglagenerfahrungsgrenzbereich neu zu definieren.
    Ich werde jedenfalls das mal zum Anlass nehmen, demnächst - gutes Wetter vorausgesetzt - auf einem Übungsplatz zu trainieren.

  • #25


    Das ist ein guter Anfang,
    und das dann auch bei schlechterem Wetter mal üben,
    nicht nur bei warmem Wetter,
    sondern wie von Dir beschrieben,auch mal bei niedrigeren Temperaturen,
    und auch bei Nässe......


    und selbst wenn Du denkst es geht nicht weiter,
    da geht dann noch sehr viel,
    und erst wenn Du mal auf nasser Strasse das raspeln von Fußrasten bemerkst,
    dann erst merkst wirklich wie weit es gefahrlos runtergeht.


    Ich bin auch nicht der, der auf krawall aus ist,
    aber ich hatte in der Vergangenheit , wie jeder wahrscheinlich schon mal,
    genau auch diese Erfahrung gemacht,
    und es war auch mir alles andere als egal, es ging ja gut aus...
    aber ich war mit mir unzufrieden....
    und daran wird immer wieder gearbeitet, Jahr für Jahr aufs neue,


    und ich war schon sehr ... :clap: :clap: :dance: :dance: :whistle: :whistle: ...
    als es auf nasser piste schrappelte, ohne dass ich
    ein mulmiges gefühl dabei hatte.


    Aber das ist etwas was jeder mit sich selbst ausmachen muss,
    niemand muss jemanden etwas beweisen,
    das muss jeder mit sich selbst ausmachen.


    Aber zu wissen dass es geht.....ist schon ein unheimlich gutes gefühl.


    Gruß aus dem Schwarzwald

    Wenn das die Lösung ist, hätte ich gern mein Problem zurück!


    Gruß Berthold


    G.Zümo 660, TT Crash Bar's , MRA VTS, TT Breit und Fern LED,HS,TC CT, OEM Koffer

  • #26

    Ich kann zum Thema Schräglage ein Sicherheitstraining bzw. Kurventraining beim ADAC empfehlen.
    Mein letztes Kurventraining im letzten Jahr war bei...strömendem Regen.
    Dabei wird unter kontrollierten Bedingungen das Motorrad neu er-fahren. Und wenn unter diesen Bedingungen die Fußrasten kratzen und immer noch nicht der Grenzbereich erreicht ist dann fühlt sich das einfach gut an. Und wofür brauch ich's?
    Natürlich! fahr ich i.d.R. auf der Straße nicht so. Aber wenn ich in eine brenzlige Situation komme, dann muss ich nicht mehr nachdenken ob ich noch weiter runter gehen kann - ich tu's einfach, da ich weiß, es passiert nichts! Es gibt mir eine Sicherheitsreserve, die ich halt schon einmal erfahren habe.
    Und nix geht über Erfahrung :mrgreen:
    Grüßlings,
    Wolfgang

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