Wenn ich einen Schrebergarten habe, so wird mir vorgeschrieben, wie hoch mein Gras sein darf, welche Pflanzen ich nicht halten darf, wie und wann ich meinen Kompost zu entsorgen und verwerten habe, wie hoch mein Zaun sein darf, wann gegrillt werden darf und wenn ja, mit welchen Brennelementen, etc.
Diese Mentalität alles bis ins kleinste Detail regulieren zu wollen und für jeden Bockmist von Kehrwoche über Mülltrennung bis hin zur Krönung Steuern ein komplexes Regelwerk zu erstellen ist eine typisch deutsche Tugend. Zuweilen sinnvoll, sorgen sie für Klarheit aller, zuweilen ärgerlich und lästig, weil es z.B. Arbeitsvorgänge um ein vielfaches erschwert (Bürokratie) und zum Teil nimmt es uns die letzten Möglichkeiten eigenverantwortlich und nach eigenem Ermessen zu handeln. Diese Regeln/Gesetze schränken uns in gewisser Weise auch immer ein und jeder Spielraum wird genommen.
Ich persönlich habe die Schnauze voll davon. Meine eigentliche Arbeit wird tagtäglich schon torpediert von einem irrsinnigen Regelwerk, welches ich erst einmal zeitaufwändig durchgehen muss (und sich auch immer wieder ändert), ehe ich überhaupt zur Tat schreiten kann.... und um meine beschissenen Steuern zahlen zu können, brauche ich doch tatsächlich einen Steuerberater, der mir sagt, wie viel das ist und wie man das so und so machen kann (nichts gegen Steuerberater!) - aber mal ehrlich, wie beschissen ist das denn, dass ich dafür extra jemanden brauche? Im Mittelalter ging's doch auch: Jeder gibt seinen Zehnt ab und gut ist. Mit meinem Mountainbike darf ich mittlerweile nicht einmal mehr alle Wege im Wald abfahren, da diese zum Teil für Mountainbiker gesperrt sind. Meinen Hund (3,5kg) darf ich im Wald nicht von der Leine lassen - er könnte Wild erlegen - und wurde schon einmal von einem Förster angezeigt! Aufgrund meiner Nachbarin habe ich schon von der Hausverwaltung einen Brief bekommen, ich möge die Kehrwoche bitte am Samstag machen und nicht am Sonntag, wie auch genauso wenig die Mülltonnen nicht schon Sonntagmittag an die Strasse stellen, sondern erst am Sonntagabend für die Müllabfuhr am Montag, denn das verstoße gegen die Hausordnung und trübe das Erscheinungsbild der Wohnanlage. Ja, Himmel, Arsch und Zwirn sind die denn noch alle ganz bei Trost?!

... und jetzt will man die letzten paar Autobahnkilometer, wo man sein Kätzchen einmal laufen lassen kann, auch noch regulieren

Was kommt als nächstes?
P.S.: Ich fahre auf der Autobahn häufig nur 120 bis 140, da ich so mein Ziel einfach entspannter erreiche, doch trotzdem will ich mir das Recht nicht nehmen lassen, auch einmal schneller fahren zu dürfen, wenn es erlaubt ist.