Zitat von Kurare79
Klar, man mag sagen, ein Auto hat 4 Reifen, aber ein Auto wiegt auch rund das 6- bis 10-fache eines Motorrades.
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Was fährst'n für'n Auto? Einen Hummer?
Da verschätzt man sich oftmals und wir machen jetzt mal eine ganz oberflächliche Betrachtung.
Nehmen wir mal die CT. Rund 285 Kg plus Fahrer und Klamotten. ~385 Kg sind wahrscheinlich normal, OHNE Gepäck ohne Sozia.
Ein stinknormaler Golf liegt so bei 1400 Kg einschl. Fahrer, was somit ein Verhältnis zur CT von ~1:3,6 darstellt.
Verteilen wir diese Last gleichmäßig auf die Reifen, kommt ein Golf auf ~350 Kg je Reifen, während die CT auf ~192 Kg kommt.
Viel interessanter ist dann, wie viel Aufstandsfläche/Berührungsfläche eigentlich so ein Motorradreifen hat. Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab, es liegt aber irgendwo beim alten 5-DM-Stück (streiten wir uns hier nicht um 1 cm²). Und diese kleine Fläche wird extrem unterschiedlich belastet. So liegt bei einer Bremsung ca. 80 % der gesamten "Arbeit" auf dem Vorderreifen, teilweise sogar höher. Genau umgekehrt ist es beim Beschleunigen (dynamische Radlastverlagerung).
Beim Autoreifen liegt diese Aufstandsfläche so ungefähr im Bereich eines Handtellers und die dynamische Radlastverlagerung ist nicht so ausgeprägt.
Die Aufstandsflächen können natürlich durch Luftdruck, Fahrzeuggewicht, Reifendimensionen, Negativprofil usw. variieren.
Jetzt ist aber die Aufstandsfläche für den Gripaufbau gar nicht mal so wichtig! Auch wenn man es nicht glauben mag, hier ein
Zitat aus einem Scipt:
Der experimentelle Befund, FR = fN, ist erstaunlich, da die Reibungskraft nur von der Normalkraft, aber nicht von der Berührungsfläche abhängt. So ist z.B. die Reibungskraft für einen Metallquader unabhängig davon, ob er auf der großen oder kleinen Seitenfäche aufliegt.
Ganzer Text:
http://hep.uni-freiburg.de/Lehre/ex2ss08/ex12.pdf
Vielleicht hatten ja einige den Versuch in der Schule, wo ein Gummiquader mit Hilfe einer Federwaage über den Lehrertisch gezogen wurde. Unabhängig von der Auflagefläche des Quaders war die Zugkraft immer gleich.
Für den "reinen Gripaufbau" ist also die Auflagefläche gar nicht mal so wichtig, hier spielt überwiegend die Gummimischung die entscheidende Rolle. Und da gilt grundsätzlich: Je weicher der Gummi, desto höher der Grip. Und grundsätzlich werden Motorradreifen aus relativ "weichem" Gummi gefertigt, um den gewünschten Grip aufzubauen.
Allerdings spielt die Auflagefläche beim Abrieb/Verschleiß eine relativ große Rolle, so dass wir beim Motorradreifen die blöde Situation haben: weicher Gummi und kleine Auflagefläche. Somit lässt sich ein Motorradreifen nicht bzw. nur sehr bedingt mit einem Autoreifen vergleichen.
Siehe auch
Zitat:
Der Grund für die gestreckte Kontur ist, dass sich mittels größerer Auflagefläche der Verschleiß bei Geradeausfahrt verringert.
Ganzer Text:
http://www.motorradonline.de/r…17-und-18055-zr-17/160622
Die Reifenbuden versuchen durch Gummimischungen bestimmte Eigenschaften zu "züchten". Es gibt z. B. Mopedreifen, die eine relativ harte Mischung in der "Mitte" haben, was z. B. für Autobahnbolzerei von Vorteil ist. Wieder andere sind kompromisslos auf Grip auch in Schräglage ausgelegt. Ein Reifen ist auf Nässe, der andere bei trockenen Verhältnissen besser. Hier muss jeder seinen eigenen Kompromiss finden, daher auch mein obige Anmerkung: 5 Fahrer, 5 Reifen, 5 Meinungen.
Hier noch ein paar Interessante Infos rund um den Motorradreifen von Helmut Dähne
http://www.fh-zwickau.de/filea…renzen/2003/18_Daehne.pdf
Und auch bei Helmut Dähne wieder der Hinweis auf das Zusammenspiel Verschleiß/Aufstandsfläche unter Punkt 3, "Gürtel" :