Hallo zusammen,
weil so gewünscht 🙂, will ich über mein jüngstes Projekt berichten, den Einbau des Innovv ThirdEYE Totwinkelwarners. Es handelt sich dabei um ein aktives System, das mittels Radar die Umgebung hinter dem Fahrzeug erfasst und optisch warnt, wenn sich ein Fahrzeug von seitlich hinten nähert, ganz so, wie man das auch von Autos schon länger kennt. Nähert sich ein Fahrzeug direkt von hinten mit hoher Geschwindigkeit, sodass es eventuell zu einem Auffahrunfall kommen könnte, gibt es auch dafür einen Alarm.
Zunächst zur Produktauswahl. Innovv bietet drei Varianten an und zwar
- "Watch Version" mit einem zentralen Rundinstrument auf dem Lenker,
- "Mirror Version" mit zwei LEDs, die man links und rechts z. B. auf dem Spiegel befestigen kann und
- "BMW R1300GS Version" für die Spiegel der BMW R 1300 GS mit der jeweils eingebauten LED.
Alle drei werden um 251,95 € verkauft, nur kommen bei der dritten Variante noch die Spiegel dazu. Die könnte man auch mit dem Produkt von Rizoma kombinieren, das sich zwar leichter montieren ließe, aber verrückt teuer ist (BMW ca. 240 € ohne Adapter, Rizoma 653 € samt Befestigungsmaterial). Hinzu kommt, dass BMW das Symbol innen am Spiegel platziert hat, Rizoma hingegen außen, wo im Spiegel die wichtigeren Teile des Verkehrsbildes zu sehen sind, die möglichst nicht durch eine LED verdeckt werden sollen.
Die Watch Version finde ich ergonomisch schlecht, denn die LED sollte man vor allem beim Spurwechsel direkt im Blickfeld haben. Außerdem wird es bei Dunkelheit schwieriger zu erkennen, ob sich jemand von links oder rechts nähert. Deshalb schied diese Möglichkeit für mich von Beginn an aus.
Die Mirror Version kann es deutlich besser, nur dass ich auf die Spiegel geklebte LEDs und frei fliegende Kabel ziemlich unprofessionell finde. Deshalb habe ich mich trotz der erheblich höheren Kosten für die letzte Variante entschieden.
Ich habe einen kompletten Installationssatz bestehend aus Innovv ThirdEYE, den Spiegeln von BMW und zusätzlichem Installationsmaterial von Weiser Technik aus Großbritannien gekauft. (Wer mehr darüber wissen will, dem empfehle ich das Youtube-Video von Just The Way It Is.) Zusammen mit Einfuhrumsatzsteuer und Zoll habe ich 544,24 bezahlt, was um Einiges mehr ist, als hätte ich alles individuell in der EU bestellt. Leider sieht man die Höhe von EUSt und Zoll erst bei der Lieferung durch den Paketdienst, sonst könnte einem das schon vorher klar sein. Geliefert wurde von UPS, was zumindest in Österreich den denkbar schlechtesten Spediteur darstellt, der mir jemals untergekommen ist. Aber ich will nicht abschweifen.
Als Nächstes ging es an den Anbau des Sensors. Auch wenn es da ziemlich viel Freiheit gibt, solange er nach hinten freie Sicht hat, wollte ich ihn am liebsten direkt in der Mitte unter der Gepäckbrücke haben. Nach einigem Nachdenken war das dann sogar recht einfach zu bewerkstelligen, indem ich mit Langmuttern und Flanschschrauben, sowie einem von Innovv mitgelieferten Blech die Verbindung zur Brücke konstruierte. Zunächst die Teile:
Das hält bombenfest und der Sensor hat genau meine gewünschte Position:
Das Verlegen der Kabel war wie bei Innovv gewohnt (ich habe auch eine Dashcam von ihnen) einfach. Da ich außerdem auch schon ein geschaltetes Plus unter der Sitzbank habe, musste ich das ThirdEYE nur noch dazuhängen, und der elektrische Anschluss war fertig.
Ein besonderes und zunächst nicht erwartetes Problem war die Montage der neuen Spiegel. BMW wechselt mit der neuen GS vom Feingewinde M10x1,25 auf das Normalgewinde M10x1,5, das ausgesprochen unüblich ist. Unsere Crosstourer hat in den Haltern auf dem Lenker M10x1,25 (und dann Adapter auf M12x1,25 für die Originalspiegel), es braucht daher einen Adapter mit einem M10x1,5 Innengewinde und einem M10x1,25 Außengewinde. Ich konnte selbst nach intensiver Suche keine solchen, eigentlich einfachen Teile finden. Ein Freund von mir, dem ein Metallbaubetrieb, der Drehsperren herstellt, gehört, hat mir letztlich geholfen und die beiden Adapter entsprechend meinen Angaben einzeln angefertigt. Eingebaut sehen sie so aus:
Weil der Betrieb meines Freundes ausschließlich Edelstahl verarbeitet, sind sie jetzt auch nicht schwarz sondern silbern, und vielleicht versuche ich sie noch irgendwann einmal zu lackieren, aber wenigstens fürs Erste (und, wie ich mich kenne, auch noch danach) lasse ich sie so, wie sie sind.
Mit dem Gesamtergebnis bin ich sehr zufrieden:
Eine erste Testfahrt hat gezeigt, dass das System sehr zuverlässig arbeitet. Im Vergleich zu den Systemen in PKWs fehlt nur, dass bei Betätigen des Blinkers eine zusätzliche Warnschwelle aktiviert wird, um auf jemanden, der bereits neben einem mit gleicher Geschwindigkeit fährt, aufmerksam zu machen. Ein Schulterblick ist also auch mit solch einem Hilfsmittel nicht überflüssig und weiterhin empfohlen. Hier noch ein Bild vom Spiegel in Aktion:
LG DW